Freibeuter

Feine Freunde,

Das Leben ist trotz aller Widersprüche ein Fest, so und nicht anders muss es sein! Darum liest unser Freund Hans Jochen Wagner am Samstag aus den Tagebüchern Pier Paolo Pasolinis vor in unserer neuen Reihe: Mein Lieblingskünstler. Danach Theorema.
Begrenzte Plätze, also anmelden. Samstag 30.8.2014 19 Uhr im Sharehaus, Solmstrasse 48. Suppe und Brot gibt es gegen Spende, Wein etc. selber mitbringen.

Nächste Woche dann die IJM Vernissage am Donnerstag den 4.9. um 19 Uhr. Die International Justice Mission ist bei uns zu Gast, IJM.org, mit einer Ausstellung und einem Gespräch. Die Filmemacherin Salome Augustin stellt ihre Bilder vor, die auf einer Reise nach Indien entstanden sind, als IJM wieder Sklaven befreien konnte.
Zur Eröffnung spielt unser Freund Jean Samara aus Syrien, dazu gibt es scharfen Humus und andere Kleinigkeiten. Getränke verkaufen wir.

Und das Sharehaus? Es wächst nach unseren Träumen.

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Als Kind war mein Traum noch plastisch, beulte sich aus wie die Riesenwolke eines Gewitters, umspannte den blauen Horizont, sogar für die Astronauten da oben war er zu gross, denn sie waren nur kleine Punkte mittendrin.
Dann über die Jahre verblasste er, wurde zu einer Art Open Source Dokument, an dem alle mitschreiben und sich widersprechen, das manchmal stimmt, manchmal nicht. Nur war das nicht mehr mein Traum.

I have a dream. Als Martin Luther King vor 50 Jahren nach Berlin kam, stürzte fast die Sophienkirche ein, überall sassen Sie, auf Taufbecken, Emporen, brachten ihre Stullen mit, lachten, sangen. Es wird wie ein Happening beschrieben. Freiheit! Der Träumer ist da!

Ich habe einen Traum! sage ich jetzt öfter und Leute gucken überrascht. Gerechtigkeit, Wertschätzung, Gleichheit. Manche lachen, woanders ist Krieg, uns gehts doch gut. Die meisten nicken, genau, wir müssen gerade jetzt für eine gerechte Gesellschaft kämpfen.

Wir haben einen Traum. Wir wollen mit dem Sharehaus eine neue Welt bauen. Mal eben so. Genau. Wird doch auch mal Zeit. Das ist nicht Rebellion, das ist Revolution. Das Leben soll doch ein Fest sein, oder?
Ein südafrikanischer Freund kam neulich nach Berlin und sagte erschrocken: Hier gibt’s aber viele fertige Leute. Hauptstadt des Burnout, der Depressionen und der Lebensangst. Dabei schaut doch die ganze Welt auf Berlin, wie wir gerade beim We Treader Workshop im Bethanien gemerkt haben. Junge Leute aus der ganzen Welt sind hier, und wenn sie Berlin sagen, leuchten ihre Augen auf.

Wir träumen von einem Sharehaus, das die Welt verändert. Nicht ein Ort, sondern eine Familie, eine Bewegung, ein Weg, gemeinsam zu leben. Sharehäuser überall, die von normalen Menschen mit grossen Träumen geleitet werden.

Wir können von der frühen Kirche lernen, die für ihre Grosszügigkeit, Freude und ihre echte Nächstenliebe bekannt war. Von Genossenschaften, in denen es keine Schwachen gibt. Von ehemals besetzten Häusern, die Gemeinschaft ganz neu testeten und manchmal heute noch funktionieren. Bei all dem lustigen Berlinhype und nach einigen Festivals ist klar: Gute, kreative, soziale, funky Nachhaltigkeits- und Sharingprojekte gibts in Berlin wie Freizeitkapitäne auf dem Tegeler See, wie vietnamesische Nudelsuppen oder spanische Punktouristen auf der Oranienstrasse. Nur bleibt man manchmal einsam bei der gemeinsamen Sache.

I have a dream, sagte Martin Luther King beim Marsch auf Washington vor über 50 Jahren, weil er die Schnauze voll hatte von Ungerechtigkeit, Hass und Missgunst, und mit ihm Millionen von Degradierten und Verachteten, die die “falsche” Hautfarbe hatten.
Heute ist es nicht anders. Man wird gemessen und verglichen und bewertet. Die Gradmesser sind Erfolg, Geld, Aussehen, Hipsein, sexy und jung, ob man bedürftig ist, fortbildungskompatibel, geistig gesund, fit, attraktiv, hörig, ausländisch, immigriert, arm, erfüllt, kinderreich, schlank, dabei spielte das nie eine Rolle.

Wir sehnen uns nach spiritueller, persönlicher, politischer Tiefe im Lärm der Ideen. Und genau das ist unser Traum von der Sharehausbewegung. Gemeinschaften der Anerkennung, der Wertschätzung, die dem Wohl aller dienen und das göttlichen Potenzial in jedem Menschen fördern. Und Gemeinschaft muss neu gelernt sein, grosszügiger, wilder, ehrlicher.

Wir können lernen von dem Happening, das in den ostberliner Kirchen stattfand, als Martin Luther King zu Besuch kam. Der Träumer ist da! Freiheit!
“I have dream, today! Dass diese Nation sich aufrappelt und die wahre Bedeutung ihrer Überzeugung lebt: … dass alle Menschen gleich geschaffen wurden.”

Fette Freude euch allen, aus dem Sharehaus Berlin,

Sven

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